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Zum Charter ab Stuttgart
Stuttgart ist ein Standort, dessen Verkehr sich fast vollständig aus der regionalen Industrie erklärt. Automobilhersteller, Zulieferer und Maschinenbauer sitzen im Umkreis von 60 Kilometern, und ihr Bedarf ist planbar: Werkstermine, Lieferantenaudits, Vorstandsreisen zu Standorten in Nordamerika, der Türkei, Marokko und China. Die Infrastruktur passt dazu, hat aber eine strukturelle Schwäche: Es gibt nur eine Bahn. Die 3.345 Meter genügen für jede Geschäftsreisejetklasse einschließlich Ultralangstreckenmuster, aber jede Störung wirkt sofort auf den gesamten Betrieb. Wer in Stuttgart einen Anschlusstermin hat, sollte 20 bis 30 Minuten Reserve einplanen und Baden-Baden als Ausweichfeld im Kopf haben.
Das General Aviation Terminal ist Terminal 3 und wird von Kurz Aviation Service als Business Aviation Centre Stuttgart betrieben, ergänzt von SAS Stuttgart Aviation Service als zweitem Abfertiger. Für Abflüge arbeitet die Abfertigung von 06:00 bis 23:00 Uhr, für Ankünfte bis 23:30 Uhr, das Personal ist ab 05:30 Uhr im Haus. Ein Vorteil, der in Angeboten selten sichtbar wird: DC Aviation hat auf dem Platz eine eigene Basis mit Hangar und Wartung. Das erhöht die kurzfristige Verfügbarkeit größerer Muster spürbar und senkt bei Anfragen mit wenigen Stunden Vorlauf die Positionierungskosten, weil das Flugzeug schon steht.
Preislich liegt Stuttgart im deutschen Mittelfeld, mit einer geografischen Besonderheit in beide Richtungen. Ein leichter Jet kostet hier etwa 4.400 bis 5.200 EUR Blockstunde, ein mittelgroßer Jet 5.600 bis 6.500 EUR, ein schwerer Jet 9.800 bis 12.000 EUR. Nach Süden ist Stuttgart der günstigste der acht Standorte: Zürich liegt bei 40 Minuten, Nizza bei 75 Minuten, Mailand bei 55 Minuten, Dubai mit 6 Stunden bei der kürzesten Golfblockzeit überhaupt. Nach Nordwesten dreht sich der Effekt: New York dauert ab Stuttgart etwa 20 bis 25 Minuten länger als ab Hamburg, was bei einem schweren Jet 3.500 bis 5.000 EUR pro Richtung ausmacht. Wer regelmäßig transatlantisch fliegt und flexibel ist, sollte diesen Unterschied kennen.
Die Saisonalität ist zweigeteilt. Der Geschäftsverkehr folgt dem Industriekalender mit Spitzen im Frühjahr und im Herbst, dazu kommen Retro Classics im Frühjahr, Zuliefererkongresse und die Termine rund um die Werke in Zuffenhausen, Sindelfingen und Untertürkheim. Die AERO Friedrichshafen belegt im Frühjahr zusätzlich den Bodenseeplatz nahezu vollständig. Der Freizeitverkehr ist wegen der Nähe zu Alpen und Mittelmeer ungewöhnlich stark: Von Dezember bis März laufen Verbindungen nach Samedan, Sion, Innsbruck und Salzburg, teilweise als Tagesausflüge, was an anderen deutschen Standorten wegen der längeren Blockzeiten kaum vorkommt. Von Juni bis September dominieren Nizza, Cannes, Olbia, Palma und Ibiza. In Messewochen und in den Winterferien planen Sie 10 bis 14 Tage Vorlauf ein, in Randmonaten reichen 24 bis 48 Stunden.