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Zum Charter ab Köln/Bonn
Köln/Bonn ist im deutschen Vergleich ein Sonderfall, weil hier die Uhr keine Rolle spielt. Während in Düsseldorf planmäßige Jetstarts um 22:00 Uhr enden, in Frankfurt der Kernnachtbetrieb zwischen 23:00 und 05:00 Uhr untersagt ist und Hamburg nur eine Verspätungsregelung kennt, wird Köln/Bonn rund um die Uhr betrieben. Genau deshalb haben FedEx und UPS hier ihre europäischen Frachtdrehkreuze aufgebaut. Für Geschäftsluftfahrt bedeutet das einen praktischen Vorteil, der sich schwer aufwiegen lässt: Ein Termin, der um 21:30 Uhr in Mailand endet, lässt sich noch am gleichen Abend nach Köln zurückfliegen, ohne Ausnahmegenehmigung und ohne Übernachtung für Crew und Flugzeug.
Die Infrastruktur passt dazu. Drei Bahnen mit 3.815, 2.459 und 1.863 Metern bedeuten für Geschäftsreisejets keine Leistungsgrenze, auch nicht für Ultralangstreckenmuster mit voller Tankfüllung. Das General Aviation Terminal gehört und wird betrieben vom Business Aviation Centre Cologne, einem Unternehmen der Kurz Aviation Group, und liegt außerhalb des Sicherheitsbereichs mit direkter Vorfahrt. Im Gebäude befinden sich VIP-Räume, Lounge, Konferenz- und Besprechungsbereiche sowie Zoll und Bundespolizei, was Grenzkontrollen bei Non-Schengen-Zielen erheblich verkürzt. Als zweiter Abfertiger arbeitet CAS Cologne Aviation Service auf dem Platz, sodass Handling auch hier ausgeschrieben werden kann.
Preislich liegt Köln/Bonn etwa auf Düsseldorfer Niveau, mit einem strukturellen Vorteil bei Zeitlagen. Ein leichter Jet kostet hier etwa 4.400 bis 5.200 EUR Blockstunde, ein mittelgroßer Jet 5.600 bis 6.500 EUR, ein schwerer Jet 9.800 bis 12.000 EUR. Der eigentliche Kostenunterschied entsteht aber nicht am Stundensatz, sondern an vermiedenen Übernachtungen: Wenn ein Rückflug in Düsseldorf nach 22:00 Uhr nicht mehr geht, entstehen Hotel- und Standkosten für Crew und Flugzeug sowie ein zusätzlicher Positionierungsflug am nächsten Morgen. In Köln/Bonn entfällt diese Kette, was je nach Klasse 3.000 bis 9.000 EUR ausmacht. Einzelne Abfertiger erheben Nachtzuschläge, die aber deutlich darunter liegen.
Die Saisonalität wird vom Kölner Messekalender und vom Regierungsstandort Bonn getragen. Die Gamescom im August ist die dichteste Woche des Jahres und bringt internationale Delegationen aus Asien und Nordamerika, wobei die Ankünfte sich über mehrere Tage verteilen. Anuga, IMM Cologne und die Möbel- und Einrichtungsmessen erzeugen weitere mehrtägige Spitzen mit hoher Standplatznachfrage. Bonn bleibt Sitz mehrerer Bundesministerien, UN-Organisationen und internationaler Konferenzen, was einen gleichmäßigen, wenig saisonalen Delegationsverkehr erzeugt. Von Dezember bis März laufen Alpenverbindungen nach Sion, Innsbruck und Salzburg, im Sommer verlagert sich die Nachfrage nach Palma, Ibiza und Nizza. In Messewochen sollten Sie 10 bis 14 Tage Vorlauf einplanen, in Randmonaten reichen 24 bis 48 Stunden.