Marktinformationen
Zum Charter ab Rostock/Warnemünde
Rostock ist ein Standort, an dem maritime Wirtschaft und Tourismus dieselbe Infrastruktur nutzen. Die Nachfrage kommt aus dem Kreuzfahrthafen Warnemünde, aus Werften und Zulieferern, aus der Offshore-Windwirtschaft mit ihren Projektgesellschaften und Finanzierungspartnern sowie aus der Universität und der Medizintechnik. Dazu kommt der Ferienverkehr an die Ostseebäder zwischen Kühlungsborn, Heiligendamm und der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. Die Anreisen sind zeitkritisch: Wer zu einer Kreuzfahrt fliegt, hat keinen Puffer, weil das Schiff pünktlich ablegt. Genau dafür ist Rostock-Laage gut aufgestellt, denn der Platz arbeitet ohne Sperrstunde und ohne Slotkoordination und stellt Zoll rund um die Uhr. Die Entfernung ist der Preis dafür: 30 Kilometer bis zur Innenstadt, rund 45 Kilometer bis Warnemünde.
Operativ ist der Platz robuster, als seine geringe Bekanntheit vermuten lässt. Die Betonbahn 10/28 ist 45 Meter breit und hat beidseitig 6,5 Meter Schulter, die Landestrecke beträgt 2.520 Meter, die Startlaufstrecke 2.720 Meter, die Startabbruchstrecke 2.825 Meter, und die verfügbare Startstrecke reicht bis 3.334 Meter auf der Bahn 10. Für alle Klassen bis einschließlich schwer bedeutet das freie Auswahl; nur bei Ultralangstreckenmustern mit maximalem Abfluggewicht rechnen wir die Zahlen konkret durch. Der Flughafen wird gemeinsam mit einem Verband der Luftwaffe betrieben, was für zivile Geschäftsflüge in der Praxis unauffällig bleibt, in Übungsphasen aber die Vorfeldbelegung und die Rollzeiten beeinflussen kann.
Preislich liegt Rostock leicht unter dem deutschen Durchschnitt, wenn man die Positionierung ausklammert. Ein Turboprop kostet etwa 2.900 bis 3.600 EUR Blockstunde, ein leichter Jet 4.400 bis 5.200 EUR, ein mittelgroßer Jet 5.600 bis 6.500 EUR, ein Super-Midsize-Jet 7.500 bis 8.800 EUR und ein schwerer Jet 9.800 bis 12.000 EUR. Die Entgelte am Platz sind moderat, und weil keine Sperrstunde besteht, entfallen die andernorts üblichen Zuschläge für Randzeiten. Der entscheidende Kostenblock ist die Anfahrt der Maschine: In Mecklenburg-Vorpommern ist praktisch keine Charterflotte stationiert, sodass Flugzeuge aus Hamburg, Berlin, Kopenhagen oder Hannover kommen, was je nach Klasse 1.200 bis 3.500 EUR kostet. Wer den Abflugtag flexibel hält, findet häufig eine ohnehin geplante Positionierung.
Die Saison ist an der Ostsee klarer abgegrenzt als im Binnenland. Von Mai bis September laufen Kreuzfahrtsaison, Warnemünder Woche im Juli und Hanse Sail im August; in diesen Wochen liegen die Preise 10 bis 20 % über dem Jahresmittel, und Bodentransport sowie Hotelkapazität sind der eigentliche Engpass. Von Oktober bis April überwiegt der Geschäftsverkehr aus Werften, Energiewirtschaft und Forschung, ergänzt um Wintersportflüge nach Innsbruck, Salzburg und Zürich. Der Januar und der Februar sind die ruhigsten Monate und damit die beste Zeit für Leerflüge und kurzfristige Buchungen. Wetterseitig prägen Seenebel im Frühjahr, kräftige Windlagen im Herbst und Enteisungsbedarf von November bis März die Pufferzeiten, die wir mit 20 bis 40 Minuten ansetzen.