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Zum Charter ab Hannover
Hannover ist der deutsche Messeflughafen, und das prägt jede Planung. Zur Hannover Messe im April, zur Agritechnica, zur IAA Transportation und zur Domotex kommen Wirtschafts- und Staatsdelegationen aus Asien, Nordamerika und dem Nahen Osten, oft in schweren Jets oder VIP-konfigurierten Narrowbodies, und häufig als Tagesrotation. Der begrenzende Faktor ist dabei selten der Slot und fast nie die Bahnlänge, sondern der Standplatz: Wenn viele Flugzeuge morgens ankommen und abends zurückfliegen, ist das Vorfeld für Geschäftsluftfahrt an Spitzentagen voll. Wer in einer Messewoche fliegt, sollte zehn bis vierzehn Tage Vorlauf einplanen und mit einer Verlagerung des Flugzeugs nach Braunschweig oder Bremen rechnen.
Der zweite strukturelle Vorteil ist die Nachtfreiheit. Hannover gehört zu den ganz wenigen deutschen Verkehrsflughäfen ohne Nachtflugverbot; zwischen 23:00 und 06:00 Uhr sind Flugzeuge nach Kapitel 3 zugelassen, was praktisch jeden modernen Geschäftsreisejet einschließt. Damit ist Hannover im norddeutschen Raum das Gegenstück zu Köln/Bonn im Westen. Während in Hamburg nach 23:00 Uhr nur verspätete Bewegungen möglich sind und in Berlin die Nachtregelung greift, kann in Hannover ein Rückflug aus Athen oder Istanbul auch um 01:00 Uhr landen. Das Karl Jatho Terminal ist regulär von 06:00 bis 22:00 Uhr besetzt und öffnet außerhalb dieser Zeiten auf Anfrage, mit gesonderter Abrechnung.
Preislich liegt Hannover im deutschen Mittelfeld. Ein leichter Jet kostet hier etwa 4.400 bis 5.200 EUR Blockstunde, ein mittelgroßer Jet 5.600 bis 6.500 EUR, ein schwerer Jet 9.800 bis 12.000 EUR. Zwei Faktoren senken die Rechnung: Erstens liegt Hannover geografisch zentral, Berlin sind 45 Minuten, Hamburg 40, München 70 und Frankfurt 50, was Tagesrotationen ohne Übernachtung möglich macht. Zweitens hat ACC Columbia Jet Service hier eine Basis mit Hangar und Wartung, was Positionierungskosten bei kurzfristigen Anfragen spart. In Messewochen dreht sich das Bild: Dann sind Verfügbarkeit und Standplätze knapp und die Preise liegen 15 bis 30 % über dem Jahresmittel.
Die Saisonalität folgt fast vollständig dem Messekalender und ist deshalb ungewöhnlich gut vorhersehbar. Der April mit der Hannover Messe ist der dichteste Monat, gefolgt von den Herbstterminen mit Agritechnica und IAA Transportation im Wechsel der Jahre sowie der Domotex im Januar. Zwischen den Messen bleibt ein stabiler Grundverkehr aus Maschinenbau, Landtechnik, Versicherungswirtschaft und der Automobilregion um Wolfsburg und Salzgitter. Von Dezember bis März laufen Alpenverbindungen nach Innsbruck, Salzburg und Zürich, im Sommer verlagert sich die Nachfrage nach Nizza, Palma, Sylt und an die schwedische Westküste. Der August ist der schwächste Geschäftsmonat und gleichzeitig der beste Zeitpunkt für Leerflüge Richtung Mittelmeer.