Marktinformationen
Zum Charter ab Düsseldorf
Düsseldorf bedient die dichteste Wirtschaftsregion Deutschlands und ist trotzdem der am stärksten regulierte Verkehrsflughafen des Landes. Grund ist ein Gerichtsvergleich aus dem Jahr 1965, der Angerlandvergleich, der die Nachtruhe der Anfluggemeinden festschrieb und dessen Kernbestandteile bis heute gelten. Praktisch bedeutet das: planmäßige Jetstarts nur zwischen 06:00 und 22:00 Uhr, Landungen bis 23:00 Uhr, in der ersten Nachtstunde lediglich 33 koordinierte Landungen und keine Starts, und zwischen 23:00 und 06:00 Uhr keine koordinierten Bewegungen im Linien- und Charterverkehr. Dazu kommt, dass die Nordbahn nur rund 56 Stunden pro Woche genutzt werden darf. Wer in Düsseldorf plant, plant um Zeitfenster herum, nicht um Flugzeuge.
Das Executive Terminal ist trotzdem eine der angenehmeren Abfertigungen in Deutschland. Es liegt im Westen des Flughafengeländes, umfasst 800 Quadratmeter mit eigener Sicherheits- und Passkontrolle, Executive Lounge, einem kleinen Konferenzzentrum, Pilotenlounge und Briefingraum, und wird vollständig von Jet Aviation betrieben, einschließlich Betankung, Reinigung und Zugangskontrolle. Über dieses Terminal laufen jährlich rund 12.000 Bewegungen der allgemeinen Luftfahrt. Der Weg von der Vorfahrt zur Maschine ist kurz, die Fahrzeit in die Innenstadt beträgt bei normalem Verkehr etwa 20 Minuten. Für Termine im Medienhafen, in der Königsallee oder bei den Messegesellschaften ist das kaum zu schlagen.
Preislich profitiert Düsseldorf von der Nähe zu Benelux und Großbritannien. Ein leichter Jet kostet hier etwa 4.400 bis 5.200 EUR Blockstunde, ein mittelgroßer Jet 5.600 bis 6.500 EUR, ein schwerer Jet 9.800 bis 12.000 EUR. Weil die Blockzeiten nach London, Amsterdam, Brüssel und Paris zwischen 45 und 70 Minuten liegen, sind die Gesamtpreise auf diesen Strecken die niedrigsten aller großen deutschen Standorte. Der Kostentreiber in Düsseldorf ist selten der Stundensatz, sondern die Zeitlage: Wenn ein Rückflug nach 22:00 Uhr nicht mehr geht, entsteht eine Übernachtung für Crew und Flugzeug, und das kostet regelmäßig mehr als eine Stunde Flugzeit. Wir rechnen deshalb bei jeder Anfrage die Variante mit Rückflug am Folgemorgen mit.
Die Saisonalität folgt dem Messekalender und der Modebranche. Die Düsseldorfer Ordertage im Januar und Juli bringen einen kompakten, sehr kurzfristigen Verkehr aus Mailand, Paris, Kopenhagen und London, oft mit Tagesrotationen. Die boot im Januar, Drupa, K und Medica erzeugen jeweils mehrtägige Spitzen mit hoher Standplatznachfrage. Von Dezember bis März kommen Alpenverbindungen nach Innsbruck, Salzburg und Sion hinzu, mit Leerflügen zurück am Sonntagabend. Im Juli und August verlagert sich die Nachfrage an das Mittelmeer, vor allem Nizza, Palma und Ibiza, während der Geschäftsverkehr um etwa ein Drittel zurückgeht. Wer in einer Messewoche oder während der Ordertage fliegt, sollte 10 bis 14 Tage Vorlauf einplanen, in Randmonaten reichen 24 bis 48 Stunden.